Führungsbrief 2/2011
Liebe alte und junge Adler!
„Doch Furcht die ist uns unbekannt, wie auch die Würfel liegen, wir kämpfen für das Vaterland und wissen dass wir siegen!“
Mit dieser Strophe aus dem alten Soldatenlied “Das Leben ist ein Würfelspiel“ darf ich Euch begrüßen! Das Jahr ist um und viel ist geschehen. Daher ist es angesagt, die „stillen Helden“ unserer Gesinnungsgemeinschaft vor den Vorhang zu bitten!
Viele Kameraden haben Vieles dazu beigetragen, dass es wieder ein erfolgreiches Verbandsjahr wurde. Ob es sich um den Einsatz der Mitglieder des Vorstandes, die der Koordinatoren für Springen, Schießen oder Marschieren handelt, oder um die Arbeit der Landeschefs, die Genauigkeit des Säckelwartes, die Arbeit der Stützpunktkommandanten in den Kasernen,-allen sei herzlich gedankt. Ohne Euren Idealismus, ohne Euer Opfer an Zeit und Mittel, würde unsere Gesinnungsgemeinschaft auf der Stelle treten. Vier Kameraden darf ich aber besonders hervorheben.
An erster Stelle ist wohl uns Chris Huber zu nennen. Er ist der Motor, die treibende Kraft und auch die Seele unseres Verbandes. Er organisiert und motiviert landauf und landab! Lieber Chris vielen Dank dafür!
An zweiter Stelle ist Martin Zagar zu nennen. Er arbeitet hinter der Bühne und hält, anders kann man es nicht beschreiben, das Haus zusammen. Unzählige Ideen und viele Kleinigkeiten des alltäglichen Verbandslebens entstammen seinem Kopf und seinen begnadeten Händen.
An dritter Stelle möchte ich MMag. Daniel Englisch danken. Er arbeitet extrem erfolgreich im Hintergrund und glättet die Wogen und räumt Steine aus dem Weg.
An vierter Stelle wohl auch den Landeschef von Niederösterreich, Oberstabswachtmeister Mathias Wutscher, der die Landesgruppe Niederösterreich wieder zu neuen Höhen führte. Lieber Kamerad- herzlichen Dank!
Was alles im Jahre 2011 passierte, ist auf der Homepage festgehalten! Es geschah Bemerkenswertes.
Wer sich aber auf seinen Lorbeeren ausruht trägt sie an der falschen Stelle. So ein altes Sprichwort! Wir müssen das neue Jahr, nämlich 2012 gestalten.
Hierzu lade ich Euch alle, liebe Mitglieder, zu unserer Generalversammlung am 13. Jänner 2012 nach Amstetten, in die Ostarrichi-Kaserne ein! Details sind auf der Homepage ersichtlich!
Was soll dort alles besprochen, abgeklärt und beschlossen werden
1.) Änderung der Statuten hinsichtlich der Zusammensetzung des Vorstandes und Zuordnung klarer Kompetenzen. Wir stehen im vierten Vereinsjahr, haben einiges in den letzten Jahren gelernt und wollen das nun in Schrift und Tat umsetzen. Hierzu bedarf es einer neuen Organisation. In den Kasernen müssen Stützpunktkommandanten gewählt werden, deren Arbeit dann durch den jeweiligen Chef der Landesgruppe, also durch die Landeschefs koordiniert wird. Genaueres durch Chris Huber und Martin Zagar anlässlich der Generalversammlung!
2.) Fixierung und Terminisierung aller Veranstaltungen des Jahres 2012.
3.) Festlegung der wehrpolitisch relevanten Inhalte.
4.) Anzugsordnung!
Liebe Kameraden, unser Bundesheer befindet sich nicht unbedingt in einer angenehmen Situation. Was kann man tun? Einfach sich nicht von den Hysterikern und Demotivierenden anstecken lassen!
Wie heißt doch der alte Fallschirmjägergrundsatz? „Der Fallschirmjäger trägt den Kopf hoch, selbst wenn der Hals noch so dreckig ist!“
Das müssen wir jetzt tun. Jetzt ist unser Vorbild tatsächlich gefragt!
Ich fordere Euch auf folgende Merkmale offen und aktiv nach außen zu zeigen:
-Integrität als Mensch
-Eloquent in der Sprache
-Gerecht im Urteil
-Konsequent in der Sache zu sein.
Unsere ADV gibt uns mit der Beschreibung der soldatischen Tugenden Halt. Wir brauchen sie nur Vorleben und andere dazu anhalten.
Die Gedenkfeier für den vorbildhaften Fallschirmjägeroffizier Julius Schlegel hat allgemein Bewunderung und Respekt ausgelöst. Er ist und wird für uns Beispiel sein und bleiben. Ihm verdankt das Weltkulturerbe die Rettung wertvoller Kulturgüter des durch die Alliierten zerstörten Benediktinerklosters Monte Casino! Kameradschaft endet dort, wo das Verbrechen beginnt. Aber Kameraden aus früheren Streitkräften, die den Grauen Rock mit Würde und Anstand durch die Wirrnisse schlimmer Zeiten getragen haben, genießen unseren Respekt, aber auch unseren Schutz.
Für sie gilt folgender Brief eines Vaters an seinen Sohn:
„Bevor Du, Du Nachgeborener, über mich und meine Zeit urteilen willst, ziehe meine Schuhe an. Gehe damit durch meine Zeit, durch meine damalige Korrektheit, durch meine Not, Bitterkeit und
durch mein Leid! Erlebe meine Ängste und Hoffnungslosigkeiten, meine Freuden und Hoffnungen, meine Niedergeschlagenheit und meine Aussichtslosigkeit! Fühle meine Trauer und meinen Schmerz...! Du
kennst die Druckstellen meiner Schuhe nicht! Dazu musst Du sie zuerst anziehen! Durchlaufe meinen Weg, räume meine Steine aus dem Weg, dann denke erst an Deine flache glatte Straße! Die habe ich
Dir gebaut-nicht unsere damaligen Feinde. Erst wenn Du all das mit Deinem Herzen nachgedacht hast, dann urteile, sowie auch Deine Nachgeborenen einmal über Dich urteilen werden! Über Deine
Hochmütigkeit, Deine Schmähungen uns gegenüber, Deine Niedertracht. Es möge Dir erspart bleiben! Das wünsche ich Dir!“
Aus diesem Grunde darf ich einige Gedanken zur Zeit eines heute 93 jährigen niederlegen!
Tradition heißt zunächst Erfahrungen, Wertehaltung und Opfer unsere Vorfahren in die Mitte unserer Gedankenarbeit und unserem Verhalten zu nehmen. Wir verdanken ihnen nicht nur unser Leben als Menschen, sondern zusätzlich das Leben als Staatsbürger in Freiheit! Auf ihrem Opfer beruht unsere Lebensqualität! Tradition bedeutet jedoch auch ihre Werte, Überzeugungen und ihren Fleiß in den Mittelpunkt unserer geistigen Weiterentwicklung zu nehmen. Die Heimat als Hort der Liebe, Sicherheit und den Frieden auch als ihr Werk zu verstehen!! Die Menschenwürde und die Menschenrechte als einen unveräußerlichen Wert anzuerkennen. Demokratische Mitbestimmung einzufordern, selbst dort, wo es der Primat der Politik gerne verhindern möchte. Alle Werte müssen stets im Widerspruch zur herrschenden Meinung tapfer erstritten werden! Wir erleben das zurzeit in Nordafrika! Demokratie hat leider in unserer Gesellschaft mit Mitbestimmung und Bürgerrechten immer weniger zu tun. Den heutigen Machthabern geht es nicht um Politik, sondern um dominanten Machterhalt. Politiker unterwerfen sich lieber oft dem Diktat der Parteizentralen und medialer Meinungsumfragen, anstatt selbst couragiert Verantwortung zu übernehmen. Demokratisch gewählte Volksvertreter vertreten eher ihre persönlichen Interessen oder die ihrer Lobbys, als die ihrer Wähler. Ja, man scheut sich dabei nicht einmal, den eigenen „Partei“-politischen Willen diktatorisch zum „Primat der Politik“ zu erheben. Egoismus, Anspruch auf absolute Freizügigkeit, abschieben eigener Pflicht und Verantwortung, Gewinnsucht, Geiz und Gier, haben zu gegenseitiger Rücksichtslosigkeit, Ausbeutung Wehrloser und neuer Armut geführt. Gerechtigkeit bleibt schon lange auf der Strecke. Zunehmender Zentralismus, übermäßige Regulierungs- und Überwachungswut, lassen dem Einzelnen kaum mehr Raum zur vernünftigen Lebensgestaltung und werden bald einem neuen Kollektivismus den Boden bereiten. Individuelle Freiheit und eigenes kritisches Urteil stehen im Wege. Recht erscheint schon lange nicht mehr als „gleiches Recht für alle“ ohne Ansehen der Person. Vielmehr stehen Bedienung des Boulevards, journalistische Vorverurteilung, Skandalisierung, Verunglimpfung, Schmähung und Vernaderung im Vordergrund. Freilich immer unter der sogenannten „Unschuldsvermutung“, welche den Ruf des Menschen schon zerstört hat, bevor man die mögliche Schuld ergründen und beweisen kann. Nicht besser steht es um Meinungs- und Gewissensfreiheit. Wer heute seine Meinung sagt, seinem Gewissen folgt, seiner Verantwortung gerecht wird, wer gegen den parteipolitisch gewünschten und von der Presse befohlenen Trend warnend seine Zweifel erhebt, oder gar Alternativen diskutieren will, der wird gesellschaftlich und ökonomisch vernichtet!! Dabei werden weder couragierte und nach ihrem Gewissen handelnde Generäle verschont, noch hochrangige Verantwortungsträger mit Verantwortung für Leib und Leben der unterstellten Staatsbürger. Das ist eine Entwicklung, die an den demokratischen Grundfesten unserer Gesellschaft rüttelt. So hat schon einmal etwas angefangen, was dann in einer unüberschreitbaren Katastrophe führte! Die Geschichte von damals hat uns sensibel gemacht- nicht nur nach der einen stets gewünschten Seite! Nein, wir sind sensibel nach allen Seiten. Ist zwar nicht erwünscht aber lebensnotwendig. Aber man staunt! So wie damals herrscht auch heute betretenes Schweigen!! Kein Wort aus Politik, Kirchen, Wirtschaft, Universitäten, Medien und anderen Säulen der „Demokratie dazu?! Wie lange wollen wir das so hinnehmen? Müssen wir uns nicht energisch wehren und gegen menschenverachtende Praktiken ankämpfen? Müssen wir nicht die Wertehaltung der politisch missbrauchten Opfer einfordern? Um ihnen treu zu bleiben? Loyalität kann und darf nie mehr zur Einbahnstraße werden! Besinnen wir uns wieder der Ehre und des Stolzes, des freien demokratischen, couragierten österreichischen Staatsbürgers. Erheben wir unsere Stimme und unseren Kopf, hören wir auf zu schweigen wenn klammheimlich wieder Unheil auf uns zukommt. Reinhard May hat das ja in seinem Lied-„Das Narrenschiff“ nicht nur vorhergesehen, sondern auch treffend besungen! Ein Text, den man als neue Bundeshymne wählen könnte! Das sind wir dem Opfer der Gefallenen der Kriege und Opfer von politischer Gewalt schuldig, weil wir sonst den Sinn ihres Opfers verraten.
Sie waren es, die für Freiheit und Gerechtigkeit ihr Leben lassen mussten. Sie würden sich, wenn Sie sehen könnten was wir mit unserer Freiheit und unserer Wirtschaft gemacht haben, schämen. Nein, nicht nur, sie würden sich zum zweiten Male missbraucht fühlen!
Soweit ein heute 93 jähriger, ehemaliger Kriegsteilnehmer, 5 Jahre Gefangenschaft in der Sowjetunion, 1998 rehabilitiert und nach dem Krieg als freier Journalist tätig!
Meine lieben alten und jungen Adler, ich darf Euch allen ein Frohes Fest wünschen und für 2012 viel Soldatenglück, stets eine brauchbare Gesundheit und viel Zuversicht!
Glück ab und Horridoh
Josef Paul Puntigam, Bgdr iR und Präsident