An der Nordküste Kretas, 20 Kilometer westlich der Hafenstadt CHANIA, einen Kilometer von MALEME entfernt, liegt der deutsche Soldatenfriedhof MALEME.
Die Kriegsgräberstätte wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Anfang der 70er Jahre errichtet.
Geschichtlicher Hintergrund:
Am 6.April 1941 trat das Deutsche Reich durch Angriff auf Jugoslawien und Griechenland in den Balkanfeldzug ein. Nach der Kapitulation dieser beiden Länder wurde die strategisch wichtige Insel Kreta noch von etwa 33000 britischen, australischen und neuseeländischen sowie etwa 10000 griechischen Soldaten verteidigt. Am 20. Mai begann um KRETA eine Schlacht von besonderer kriegsgeschichtlicher Bedeutung: Es wurden ausschließlich Fallschirm-und Gebirgstruppen über die See hinweg auf dem Luftweg eingesetzt, insgesamt 23500 deutsche Soldaten. (Luftlandeunternehmen “MERKUR“) Erstes Angriffsziel der Fallschirmtruppen war die Stadt CHANIA mit der SOUDABUCHT.
Unter verlustreichen Kämpfen an allen Orten gelang es nur, den Flugplatz MALEME zu besetzen. Dort wurden dann die Gebirgsjäger gelandet, die, unterstützt durch Fallschirmjäger, die Insel unter harten Kämpfen in Besitz nahmen. Die Zuführung weiterer deutscher Truppen auf dem Seeweg wurde durch die britische Flotte verhindert. Bis zum 1.Juni war KRETA von den Verteidigern, die 15700 Gefallene, Verwundete und Gefangene als Verlust zu beklagen hatten, geräumt. Auch zahlreiche griechische Soldaten und Zivilpersonen verloren ihr Leben.
Die deutschen Gefallenen wurden zunächst an 62 Orten beigesetzt. Bereits 1960 konnte der Volksbund mit der Erlaubnis der griechischen Regierung die meisten deutschen Toten bergen und bis zur Ratifizierung eines Kriegsgräberabkommens in das Kloster GONIA überführen.
Im Jahre 1971 erfolgte die Umbettung, auch mit Hilfe von Kammeraden der Gefallenen, auf den Friedhof MALEME. Sie halfen auch bei der Ausstattung. Über 4465 Tote haben in dieser am 6.Oktober 1974 eingeweihten Kriegsgräberstätte ihre letzte Ruhe gefunden. Dem Entwurf der Anlage lag die Idee zugrunde, die Gräberfelder entsprechend der vier Kampfräumen CHANIA, MALEME, RETHYMNON und HERAKLION sichtbar zu machen.
Zur Erhaltung und Pflege der Anlage ist der VOLKSBUND DEUTSCHE KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE e. V. auf Spenden und Beiträge angewiesen.
Landeschef Niederösterreich, WUTSCHER, OStWm